Darmsanierung beim Hund

Leider kommt es immer häufiger vor, dass auch bei Hunden eine Darmsanierung notwendig wird. Es gibt zwar Hunde, die sind beim Aussuchen von möglicher Nahrung wenig wählerisch und man hat den Eindruck, dass ihr Magen (der dann liebevoll auch als Schweinemagen bezeichnet wird, schließlich sind die Rüsseltiere Allesfresser und gut darin alles zu verwerten) auch wirklich alles verträgt, aber das stimmt meist nicht. Während der Hund (bzw. sein Magen und Darm) als Aasfresser noch mit auf der Straße oder im Wald Gefundenen ganz gut zurechtkommen kann, kann das eben bei industriellen Fertigfutter schon ganz anders aussehen. Stand dann noch eine Wurmkur im Haus, wurden Medikamente (gerade oral) gegeben oder gar Antibiotika verabreicht, dann verabschiedet sich gerne auch mal die Darmflora und die Folge sind Durchfall und ein Hund, der sich alles andere als wohl fühlt. Dann ist es Zeit für eine Darmsanierung beim Hund.

So funktioniert die Verdauung beim Hund

Der Hund ist ein Fleischfresser oder auch Aasfresser. Das stellt an die Verdauung keine großen Ansprüche und so ist der Magen-Darm-Trakt recht einfach aufgebaut. Die Verdauung beginnt dabei schon beim Fressen selbst, Speichel bereitet das ganze vor. Von der Maulhöhle geht es dann über Rachen und Speiseröhre in den Magen und von dort wandert das Gefressene weiter in Dickdarm und Dünndarm. Dort wird es vom Hundeorganismus verwertet. Was nicht gebraucht wird, wandert weiter und wird irgendwann ausgeschieden. So sieht das Thema Verdauung zumindest bei einem gesunden Hund aus. Allerdings war das eher die Kurzfassung. Denn im Magen und im Darm spielen sich hochkomplexe Vorgänge ab, schließlich muss das Futter erst vorverdaut, in seine Bestandteile zerlegt und aufgespalten werden.

Dafür stehen dem Hund etwa zwei bis fünf Meter Darm zur Verfügung (das variiert von Rasse zu Rasse, junge Hunde haben zudem einen kürzeren Darm als ausgewachsene Hunde).

Eine gut funktionierende Verdauung, eine optimale Verwertung des Futters, steht dabei in einem direkten Zusammenhang mit einem gesunden Darm bzw. einer gesunden Darmflora. So hat der Darm auch die Aufgabe, Flüssigkeit aus dem Futterbrei zu ziehen, geschieht das nicht oder nicht ausreichend, wird der Kot breiig, dünnflüssig oder der Hund hat sogar Durchfall. Bleibt der Futterbrei aber zu lange zum Beispiel im Dickdarm (was bei einem trägen Darm passieren kann), dann kann es passieren, dass zu viel Flüssigkeit entzogen wird, und der Kot viel zu hart wird und sich vom Hund kaum noch herauspressen lässt.

Ist der Verdauungsapparat beim Hund gestört, dann hat das immer auch Auswirkungen auf den Hund und seine Gesundheit. Wird leichter Durchfall noch gut weggesteckt, wenn dieser nur einmalig auftritt (kann auch bei Stress passieren), sind dauerhafte Störungen des Verdauungsapparats unbedingt ernst zu nehmen. Den Darm ist nicht nur dafür zuständig Fressen zu verwerten und das Unverwertbare als Kot auszuscheiden. Es ist ein Drüsenorgan, Entgiftungsorgan, Immunorgan und sogar Stressorgan zur gleichen Zeit. Und bei so vielen Aufgaben dürfte klar sein, dass es wünschenswert für die Hundegesundheit ist, wenn der Darm gesund ist und auch die Darmflora ausgewogen.

Die Darmflora

Auch im Darm des Hundes gibt es zahlreiche Bakterien, die durchaus wichtig sind. Mehr als 400 verschiedene Bakterienstämme sollen dafür sorgen, dass im Darm alles im Gleichgewicht ist und dieser seinen Aufgaben bei der Verdauung übernehmen kann. Diese mehr als 400 verschiedene Bakterienstämme sorgen für eine hohe Zahl an unterschiedlichen Bakterien, deren Zusammenspiel dafür sorgt, dass alles so klappt, wie es soll. Bakterien, dass wissen wir ja auch von unserem Joghurt, haben ja auch durchaus etwas Gutes. Wenn sie eben im richtigen Maße vorkommen und im richtigen Verhältnis.

Im Darm des Hundes sorgen die vielen verschiedenen Bakterien für die Darmflora. Ist diese gesund, dann schützt sie die Darmschleimhäute. Denn die Darmschleimhäute werden von nützlichen Bakterien dann so dicht besiedelt, dass schädliche Bakterien aber auch Viren, Pilze und sogar Parasiten keine Chance haben und sich dort nicht ansiedeln können. Aber die nützlichen Bakterien tun noch mehr. Sie können Regenerationsprozesse anregen und dafür sorgen, dass unverdaute Partikel, Krankheitserreger oder auch giftige Abbauprodukte gar nicht erst in den Hunde-Organismus gelangen können.

Damit hat eine gesunde Darmflora, die eben bei der optimalen Verwertung des Fressens hilft, direkte Auswirkung auf das Immunsystem des Hundes. Auf seine Haut, sein Fell, seine Nase und Ohren und sogar auf seinen Kopf bzw. sein Gehirn und natürlich auf sein allgemeines Wohlbefinden.

Was schädigt die Darmflora beim Hund?

Natürlich hat falsches Fressen direkte Auswirkungen auf die Darmflora des Hundes. Gerade Menschenessen, das ja häufig für uns gewürzt ist, kann hier einigen Schaden anrichten. Aber auch Stress können sich auswirken. Sehr große Auswirkung haben aber gerade Wurmkur und Antibiotika, daher wird darauf auch etwas ausführlicher eingegangen.

Antibiotika und Darmflora

Aber auch Antibiotika und Wurmkur machen dem Hund zu schaffen. Antibiotika wirkt gegen Bakterien und das ist natürlich auch für die Bakterien im Darm, die ja eigentlich nützlich und hilfreich sind, häufig ein Problem. Die Gabe von Antibiotika sorgt daher häufig dafür, dass eine gesunde Darmflora beim Hund aus dem Gleichgewicht gerät. Denn, so belegt es auch eine wissenschaftliche Studie, die Verabreichung von Antibiotika hat nun mal direkte Auswirkungen auf die Anzahl der Darmbakterien. Deswegen kann es häufig passieren, dass der Hund dann an Durchfall leidet oder sein Kot eher breiig als fest ist. Das soll nun keine Verteufelung von Antibiotika darstellen, denn schließlich rettet die richtige Gabe dieses wichtigen Medikaments durchaus auch Hundeleben. Es ist aber nicht verboten, seinen Tierarzt, der das Antibiotika ja verschreiben muss, nach möglichen Alternativen zu fragen und, sollte die Gabe doch vom Tierarzt empfohlen werden, den Hund dann eben zu beobachten und nach der Antibiotika-Kur eben eine Darmsanierung vorzunehmen. So kann man Nebenwirkungen und Begleiterscheinungen im Rahmen halten.

Wurmkur und Darmflora

Während ein gesunder Hund eher selten mit Antibiotika in Berührung kommt, sieht das bei der Wurmkur schon anders aus. Denn um effektiv den Hund gegen Würmer im Darm zu schützen, wird dieser oftmals alle drei Monate entwurmt. Da eine Entwurmung nicht vorbeugend hilft, kann es dabei sogar passieren, dass der Hund entwurmt wird, obwohl er gerade weder Würmer noch Wurmeier im Darm hat. Oder er wird heute entwurmt und schnüffelt morgen an der falschen Stelle und hat prompt wieder Würmer. Nur weil er gerade eben vielleicht mit einer chemischen Bombe entwurmt wurde, ist seine Darmflora nun bereits aus dem Ungleichgewicht. Denn das Mittel greift eben nicht nur Würmer an, sondern eben auch die Parasiten. Das kann sich dann schnell zu einem Teufelskreis entwickeln.

Darmflora wiederaufbauen – die Darmsanierung beim Hund

Ist die Darmflora aus dem Ungleichgewicht geraten, sollte man etwas dafür tun, damit das Ungleichgewicht wieder geradegerückt wird. Denn mit einer gestörten Darmflora kann der Darm seine Aufgaben als Abwehr- und Immunorgan nur unzureichend erfüllen. Gleich ob der Hund in der Folge nun unter Verstopfung oder unter Durchfall leidet, beides ist für ihn nicht schön. Und für seine Halter meist auch nicht. Und manchmal ist zwar die Beschaffenheit des Kotes so, wie zuvor, aber dann ist es vielleicht ein höchst unangenehmer Geruch, der ein deutliches Zeichen dafür sein kann, dass im Verdauungsapparat des Hundes etwas nicht stimmt bzw. im Ungleichgewicht ist. In solchen Fällen sollte man dem Hund helfen, seinen Darm wieder auf Vordermann zu bekommen.

Für einen stabilen Aufbau bzw. Wiederaufbau der Darmflora benötigt der Hund Zeit und oftmals eben auch Unterstützung durch ein entsprechendes Fressen. Wie viel Unterstützung benötigt wird, und wie lange es dauert, bis aus einer gestörten Darmflora dank einer erfolgreichen Darmsanierung wieder eine gesunde wird, hängt davon ab, in wie weit diese bereits beeinträchtigt war, wie stark die Störung ist und auch in wie weit der Hund ansonsten gesund ist.

 

Darmsanierung ist kein Heilmittel für Alles

Nicht immer ist eine gestörte Darmflora das direkte Ergebnis der Gabe von Antibiotika oder einer Wurmkur, nicht immer ist es Stress oder etwas Falsches im Napf. Hat der Hund längere Zeit Durchfall oder Verstopfung und kann man andere Ursachen wie die hier genannten ausschließen, sollte man unbedingt den Tierarzt zu Rate ziehen. Zwar kann man bereits damit beginnen, mit gesundem und ausgewogenem Fressen einen gesunden Darm zu fördern. Wird es aber nicht besser, sollte der Gang zum Tierarzt auf dem Programm stehen. Eine Darmsanierung ist nicht immer die Lösung für jedes Problem rund um Verdauung und Darm.

Darmproblemen vorbeugen

Verdauungsproblemen beim Hund beugt man dabei am besten mit einer ausgewogenen und gesunden Ernährung vor. Am besten ist es sicherlich, wenn der Hund ein gesundes Alleinfutter in den Napf bekommt und man möglichst ganz auf Beigaben, insbesondere für menschlichen Teller verzichtet. Wer das selbst bzw. im eigenen Haushalt nicht gewährleisten kann, sollte zumindest bestimmte Tabus durchdrücken. Dass Schokolade sehr schädlich ist, sollte sich inzwischen herumgesprochen haben, aber auch auf die Fütterung von Milchprodukten sollte verzichtet werden, da sehr viele Hunde Laktose-intolerant sind.

Dann geht es daran, die Ernährung des Hundes zu optimieren. Da der Darm sehr empfindlich sein kann, sollte man Ernährungsumstellungen immer langsam bzw. Schritt für Schritt durchführen (solange kein Notfall vorliegt). Ein Teil des bisherigen und gewohnten Futters wird durch das neue, gesündere Futter, ersetzt. Nach und nach wird die Menge des gewohnten Futters reduziert. Der Prozess kann durchaus ein paar Tage andauern.

Für eine gesunde Darmflora wäre es wünschenswert, auf Fertigfutter ohne chemische Zusätze zu setzen. Aber Fleisch alleine ist es auch nicht, denn wenn die Futtertiere mit Antibiotika behandelt worden sind, kann dieses Antibiotika über den Hundefressnapf eben auch wieder in den Hund gelangen und hier dessen Darmflora negativ beeinflussen.

Einige Dinge sind hingegen leicht zu beachten: So sollte, insbesondere Dosenfutter, nicht zu kalt gefüttert werden. Wer nicht die Zeit hat, das Nassfutter rechtzeitig aus dem Kühlschrank zu nehmen, kann durchaus etwas warmes Wasser unterrühren, um dieses aufzuwärmen. Und zu lange sollte das Dosenfutter auch nicht offen rumstehen, denn dann kann es, gerade im Sommer auch schlecht werden.

 

Hausmittel für eine gesunde Darmflora

Bestimmte Gemüse- und Obstsorten, Leinsamen und auch Chiasamen können sich wohltuend auf die Darmflora beim Hund auswirken. Ebenso auch Ballaststoffe. Diese sind zwar für Hunde unverdaulich, helfen aber seinem Darm. Ebenfalls gut tun kann das Gel der Aloe Vera Pflanze. Das wirkt nicht nur entgiftend, das Geld selbst sorgt dank seiner Feuchtigkeit wohltuend auf die Darmschleimhaut. Aber auch Heilherde ist gut. Denn diese kann Schadstoffe binden und schont damit die Darmschleimhaut.

Fazit

Eine Darmsanierung für Hunde empfiehlt sich nach jeder Wurmkur sowie nach der Gabe von Antibiotika oder Verabreichung anderer Medikamente. Hilfreich ist eine Darmsanierung für Hunde grundsätzlich auch bei einem empfindlichem Magen oder einem empfindlichem Darm. Darmsanierung zählt zudem zu den wichtigsten Bereichen der ganzheitlichen Tiermedizin. Allerdings gilt auch rund um Verdauung und Darmflora die alte Weisheit: Vorbeugen ist besser als Reagieren.

 

Siehe auch

Darmsanierung Hund Hausmittel Darmflora Hund aufbauen Hausmittel

Hund Darmflora wieder aufbauen

Darmsanierung Hund Barf

Darmsanierung Hund nach Wurmkur

Darmsanierung Hund nach Antibiotikum

Darmsanierung Hund nach Giardien